Der Abriss vergrößert die Probleme

Haus Nr. 129 ist nicht nur ein herausragendes Stück Architektur (im Sinne des Denkmalschutzgesetzes denkmalwert, wenn auch nicht unmittelbar geschützt), es kann mit gewissen Änderungen mit dem Bebauungsplan kompatibel gemacht werden, würde den Schallschutz im Inneren verbessern und einen schnelleren Realisierungsprozess des Wohnungsbaus ermöglichen. Denn nach Bebauungsplan /muss/ aus Gründen des Schallschutzes zuerst der Rand gebaut sein, bevor ich innen Wohnen realisieren kann. Reiße ich Nr. 129 also ab, beseitige ich unsinngerweise erst mal die Voraussetzungen für den Wohnungsbau.

Das Gebäude Nr. 129 ist 4 Geschosse hoch. 4 überhohe Altgeschosse sind meistens mindestens so hoch wie 5 neue. Abgesehen von der Idee (die jeder Investor freudig aufgreifen würde), noch was oben drauf zu packen, was das schöne und sehr solide Gebäude noch wirtschaftlicher machte: Gebäude Nr. 129 könnte zudem die jetzige Durchfahrt für die Stichstraße hergeben und wäre damit - durch die Geschlossenheit ab 1.OG - schallschutztechnisch viel besser als die geplante Lücke zwischen Neu-Baufeld 2 und 3.

Der Abriss vergrößert die Probleme, und verkleinert sie nicht. Der Chirurg sollte dem Patienten ja auch nicht sagen: "Wir haben hier ein perfektes Bein aus Edelstahl für Sie ausgesucht. Ihr altes eigenes Bein haben wir deshalb gar nicht weiter betrachtet. Das neue ist garantiert gut und deshalb nehmen wir Ihnen das alte gleich mal ab."

Das wäre leider nicht das erste mal in Köln, dass die Stadtplanung den Ast absägt, auf dem sie und wir alle sitzen, wenn wir eine vitale und nachhaltige Stadtentwicklung wollen.

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